Kwamtili ist eine alte Kakao-Plantage am Fusse der Usambara-Berge ca. 60km westlich von Tanga, einer Hafenstadt im Nordosten Tansanias. Die Usambara-Berge gehören zum Gebiet des Eastern Arc, einem der wichtigsten schützenswerten Gebiete der Welt. In den höheren Lagen gibt es noch viele natürliche Wälder, die von zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten bewohnt werden, in den tieferen Lagen wird Landwirtschaft betrieben. Der Zivilisationsdruck auf die Wälder ist enorm und wird auch so bleiben, wenn die lokale Bevölkerung nicht direkt von den Schutzgebieten profitieren kann und nicht genügend anderweitige Verdienstmöglichkeiten bestehen.

Kwamtili_Landschaft

Da auch Kwamtili zu Dreivierteln aus Wald besteht, versucht der heutige Besitzer, Dennis Fielder, die Hilfe für Menschen und Umwelt zu kombinieren. Wie seine Vorgänger arbeitet er eng mit den Kleinbauern in den fünf umliegenden Dörfern zusammen. Diese bauen auf ihrem eigenen Land neben Mais für die Selbstversorgung auch etwas Kakao an, der in Kwamtili weiterverarbeitet und von dort aus verkauft wird.

Obwohl die Plantage nicht sehr profitabel ist und Dennis Fielder‘s finanzielle Möglichkeiten dadurch beschränkt sind, versucht er mit verschiedenen Mitteln die Armut der Kleinbauern zu lindern und ihre Lebensbedingungen und Gesundheit zu verbessern. Nicht nur finden sie auf der Plantage bezahlte Arbeit, es werden ihnen auch junge Kakaopflanzen abgegeben, sie haben die Möglichkeit Kleinkredite zu erhalten, ein Kindergarten und ein kleines medizinisches Zentrum wurden eingerichtet.

Immer längere immer häufigere Trockenperioden machen die schwierige Situation der Dorfbewohner noch schwieriger. Kein Regen und damit keine Ernte bedeutet Hunger: es gibt nicht nur keinen Mais, sondern auch keinen Ertrag aus dem Kakao und weniger Arbeit auf den Plantagen. Weil viele Jungbäume vertrocknen bevor sie das erste Mal Früchte tragen, wird zudem auch die Aufbauarbeit der vergangenen Jahre zerstört.

Kwamtili Community Development Project

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Nothilfe „Food for Work“


Als im Jahr 2008 der Regen wieder ausfiel, hat Denis Fielder finanzielle Hilfe gesucht. Weil er nicht einfach Geld oder Lebensmittel verteilen wollte, hat er zwei Programme initiiert, bei denen die lokale Bevölkerung einerseits mithelfen konnte, und die ihr andererseits auch einen Nutzen bringen.

Eines der beiden Programme war das Strassen-Reparatur-Programm. Die lokale Bevölkerung hat mit Begeisterung mitgemacht, profitieren doch alle von den Verbesserungen. Schwere Lasten werden nämlich auf Fahrrädern, die manchmal mit bis zu 100kg Ware beladen sind, transportiert. Eine sehr schwierige Arbeit, die durch bessere Strassen ohne tiefe Schlaglöcher wesentlich vereinfacht wird.

Das zweite Programm war das Pflegen und Schneiden alter Kakao-Pflanzungen von verwitweten Bauersfrauen, die dazu selber nicht die Möglichkeiten hatten.

Wer mithalf, erhielt Lebensmittel und ein Taschengeld. Es wurden jeden Tag andere Leute beschäftigt, so dass jeder von den Programmen profitieren konnte.

Der UsitawiNetwork Club Bern hat diese beiden Programme finanziell unterstützt und zusätzlich weitere Gelder vermittelt.

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Weiterführende Projekte


Da solche Notsituationen immer wieder auftreten, werden einerseits die bisherigen Unterstützungsmassnahmen weitergeführt und teilweise noch ausgebaut, andererseits sollen die Probleme grundsätzlicher angegangen werden.

Ausgebaut wird die Baumschule für Kakaopflanzen, ausserdem soll durch Ertragssteigerung in den Pflanzungen der Kleinbauern deren Einkommen verbessert werden indem nach einer Bestandesaufnahme von deren Zustand gezielte Pflegemassnahmen durchgeführt werden. Dazu werden den Bauern vermehrt auch Kurse und Beratungen angeboten, unterstützt wird dieses Programm auch mit der vermehrten Vergabe von Kleinkrediten.

Um neue Einkommensquellen zu erschliessen, die nicht so sehr vom Regen abhängen, werden verschiedene Ideen evaluiert. Möglich wären da zum Beispiel Bienen- und Seidenraupenzucht. Ein etwas grösseres Projekt ist das Kwamtili Private Forest Reserve Project, das eine sanfte touristische Nutzung des Waldgebietes vorsieht. Da dabei auch nichteinheimische Bäume und Pflanzen wieder durch einheimische ersetzt werden sollen, beinhaltet dieses Projekt auch den Aufbau einer Baumschule für einheimische Pflanzen und Bäume.

Neu am Kwamtili Community Development Project ist, dass Kwamtili mit seinen Plantagen und seinem Wald und die umliegenden Dörfer mit ihren Bewohnern als Ganzes angeschaut werden. Mit einem Gesamtkonzept können Entwicklungs-massnahmen durchgeführt werden, bei denen alle beteiligten Menschen und die Natur profitieren.

Die Arbeitsgruppe Projekte von UsitawiNetwork International unterstützt das Kwamtili Community Development Project durch finanzielle Hilfe, hauptsächlich jedoch durch Beratung und Vermittlung von Kontakten.